Roland Grundheber – Nicht ohne seine Nase

Roland Grundheber

„Nicht ohne seine Nase“

(Trier)

 

„Komm, wir köpfen jetzt den Nikolaus“, sagt Roland Grundheber und zerbricht vorsichtig den weihnachtlichen Schokoladenmann in kleine Stücke. Feine Splitter verbreiten sich über den Tisch. Die Süßigkeit verkörpert in dem Moment mehr als nur die Summe ihrer einzelnen Teile. Auch Grundheber ist weitaus mehr als die Summe seiner einzelnen Facetten. Das Medley aus kabarettistischem Aktionskünstler, Karikaturist und Kunstmaler verschafft ihm eine eigene Vorstellung von Freiheit.

Ein Freiheitsgefühl vermittelt auch die Weite von 240 Quadratmetern in seinem Ehranger Atelier. „Das ist mein Spielzimmer, in dem ich mich ungeniert der Malerei und dem Zeichnen widmen kann“, sagt der 56-Jährige und legt die Tube mit grasgrüner Farbe neben die trocknende Leinwand. Ein Teil seiner Werke strotzt farbenfroh vor guter Laune. Andere wirken wiederum abstrakt und stimmen nachdenklich. Gesammelte Augenblicke. So unterschiedlich wie die Stimmungen sind auch die Ausdrucksweisen mit Tusche, diversen Stiften, Aquarell- oder Acrylfarben. „Die Bilder sind aus mir entstanden. Öfter tauchen darin Vögel als Motive beziehungsweise hintergründige Karikaturen auf“, zeigt Grundheber am Beispiel seiner Postkarten und lächelt, „ich nenne sie Spaßvögel.“

Kleinste Bühne der Welt

Einen Spaßvogel mimt Roland Grundheber als Aktionskünstler „Frolando“. Es bereitet ihm große Freude, den Menschen Heiterkeit zu vermitteln. Doch Humor will gelernt sein. So besuchte er die Clownschule in Mainz-Finthen und schloss mit einem staatlich anerkannten Diplom ab. „Die rote Nase symbolisiert für mich die kleinste Bühne der Welt“, stellt der Künstler fest, „doch möchte ich nicht ausschließlich als der dummer August wahrgenommen werden.“ Der rote Schaumstoffball im Gesicht ermöglicht ihm die Freiheit, auf komisch-satirische Weise den Ernst und die Ironie des Lebens zu äußern. Mitunter auch auf der Straße. Es sind die Ansichten eines Clowns.

Frolando ist dann mal weg

Keineswegs sah er es als eine Flucht aus dem Alltag oder vor sich selbst. Für Grundheber war es eine Erweiterung seiner Horizonte – vier Monate dauerte Clown Frolandos Fußmarsch von Trier nach Rom. Das ist nun über zwei Jahre her. 1800 Kilometer voller Überraschungen und Begegnungen, die allerdings nicht immer angenehm waren. So entkam der Bajazzo während einer Performance zur Belustigung der Menschen in den Gassen Italiens nur knapp einer Gefängnisstrafe. Doch als prägend sollten die überwiegend positiven Erfahrungen erscheinen. Denn das letzte bleibt: ein gutes Gefühl.

Aus genau diesem Gefühl heraus plant er eine weitere Reise per pedes quer durch Wales, England, Schottland und Irland. „Ich freue mich schon auf den schwarzen Humor der Briten“, sagt der Künstler beschwingt. Seine Kleidung zur Überschreitung des Nullmeridians hat er bereits ausgewählt: Kilt, Frack und ein Rucksack im Dudelsack-Design. Starten wird er voraussichtlich im Mai 2015. Natürlich mit seiner obligatorischen roten Clownsnase und einer Menge Frohsinn im Gepäck.

Optimistisch durch 2015 blättern

Den richtigen Riecher hat Roland Grundheber wieder einmal mit der Gestaltung seines limitierten Wandkalenders für das kommende Jahr bewiesen. Erheiternde Karikaturen aus der Perspektive eines Clowns, gesäumt von einer Horde Spaßvögeln, begleiten monatlich durch all das, was in den 365 Tagen kommen mag. Mit dem Erlös des Kalenders werden der Verein „Lichtblick“ des Kinderschutzbundes Trier und die „Spielplatzinitiative Butzweiler“ unterstützt.

Mehr zur Frohnatur Roland Grundheber unter www.roland-grundheber.de. [RP]

Fotos: BK

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