24 nackte Wahrheiten

24 nackte Wahrheiten

(Trier)

 

Groß war der Andrang am Sonntagabend des 2. November im Brunnenhof neben Triers „Schwarzem Tor“ – zu klein das Café. Bei der Vernissage wurde das Geheimnis um den dritten Benefiz-Wandkalender der Reihe „Unikörper“ gelüftet. Dass es sich dabei nicht um einen gewöhnlichen Jahrweiser handelt, kündigte bereits der beträchtliche Zustrom neugieriger Gäste an.

Trierer Studierende der Universität und der Fachhochschule ließen sich in den Monaten zuvor für einen guten Zweck kleidungslos ablichten. Der Erlös des Aktkalenders kommt in diesem Jahr dem Förderverein krebskranker Kinder Trier e. V. und zum zweiten Mal der Deutschen AIDS-Stiftung zugute.

Eine weitere Besonderheit des Kalenders ist kennzeichnend: Dieser beinhaltet 24 erotische Motive – zwölf weibliche und zwölf männliche Sujets in Schwarz-Weiß oder in Farbe, die den Betrachter wahlweise durch jeden Monat begleiten. Organisator Uly Wagner erinnerte sich an seine ihn inspirierende Studienzeit in Frankreich. „Zuerst stand die Idee eines extravaganten Magazins im Raum. Daraus resultierte dann letztendlich oder vorerst dieser Wendekalender“, sagte Wagner. In dem selbstständigen Fotografen Marco Piecuch fand er einen kompetenten Geschäftspartner, der sich schnell von diesem Vorhaben begeistern ließ. Zum Team zählen mittlerweile drei weitere Fotokünstler – Claudia Stierwald, Vic Vicious und Geraldine Hutt besitzen ebenso das unentbehrliche Einfühlungsvermögen mit dem nötigen Blick für das Sinnliche.

Unverhüllte Vollkommenheiten

Insgesamt 27 Studierende wurden bei professionellen Fotoshootings im Eva- und Adamskostüm von den Fotografen niveauvoll als unverhüllte Vollkommenheiten in Szene gesetzt. Ohne jegliche Vorerfahrungen oder die sogenannten Modelmaße und den perfekten Körper zu besitzen. Ob im trauten Heim, im Fotostudio oder in der Öffentlichkeit – höchste Priorität genießt das Wohlergehen des Models. „Wir besprechen im Vorfeld mit jedem Model den Ort, die Posen und individuelle Wünsche“ erklärte Wagner, „manche Details ergeben sich dann oft spontan.“ Einige aufwendige Gestaltungen bedurften jedoch einer längeren Vorausplanung. So wurde im ersten Aktkalender eine Studierende Teil eines Graffitis und entsprechend angemalt. „Für diesen Shoot benötigten wir insgesamt sechs Stunden“, sagte der 30-Jährige, „das ist aber eher eine Ausnahme.“

Nackt, nicht schutzlos

Perfekt ausgeleuchtete Situationen voller Ästhetik und gelebter Emotionen wurden per Objektiv eingefangen. Alles andere als plakativ auf sexuelle Anreize reduzierte Fotos entstanden. Spielerisch verdecken beispielsweise eine Gitarre, eine prägnante Pose oder ein wehendes Tuch delikate Körperstellen. Die respektvolle Nacktheit lässt der Schutzlosigkeit keinen Raum. Katharina und Kawai waren Aktmodelle in einem der ersten Kalender. „Wir waren zwar anfangs sehr aufgeregt, würden aber sofort wieder teilnehmen“, sind sich beide einig. Ein männliches Model aus dem aktuellen Werk merkt an, „Ich habe mich während der Fotoaufnahme richtig wohlgefühlt. Mir war es wichtig, dass die Bilder eine Aussage haben.“

Noch lange nicht den Ultimo erreicht

Sichtlich zufrieden zeigten sich alle Beteiligten. Auch die Besucher der Vernissage wurden nicht enttäuscht. Allein an diesem Abend fanden 87 Kalender für 2015 ihre Käufer. Das Projekt wird voraussichtlich noch lange nicht ad (n)acta gelegt.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten des Benefiz-Aktkalenders sind zu finden unter www.unikörper.de. [RP]

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