Zehn Jahre Förderung im Sinne der Kultur

 Ein Jahrzehnt kulturelle Förderung

 (Trier)

 

„Kultur beginnt im Herzen jedes Einzelnen“ – ein Zitat des österreichischen Dramatikers Johann Nestroy, das groß von der Fahne der Kulturstiftung Trier prangert. Seit nunmehr zehn Jahren unterstützt die Institution im möglichen finanziellen Rahmen unterschiedlichste kulturelle Projekte der Stadt. Anlass genug, um die Zustifter, Beteiligten und Interessierten am Mittwoch, 8. Oktober, zu einem abendfüllenden Kulturfest ins Theater Trier einzuladen.

Schon im Foyer säumten Staffeleien mit bunten Bildern hiesiger Künstler den Weg; vorbei an den jährlich neu kreierten „Stifterplatten“ – Auszeichnungen für großzügige Spender mit typischem Trierer Motiv. Weitere erfolgreich geförderte Projekte stellten die Kulturschaffenden eigens im Vorraum des Theaters mithilfe von Plakaten und Illustrationen vor. Unter den rund 40 Ideen wurden neben spannenden Schul- und Kinderprojekten auch Themen aus Tanz, Theater, Literatur, Musik und weiteren Künsten Bedeutung zugemessen.

Vorhang auf …

Beim besonderen Festakt im großen Theatersaal präsentierten sich einige der mannigfaltigen geförderten Sparten im illustren Bühnenprogramm, moderiert von Thomas Vatheuer und am Flügel begleitet von Joachim Mayer-Ullmann. „Wenn Sie tatsächlich nicht wissen, wohin mit Ihrem Geld“, scherzt OB Klaus Jensen kurz, „ist es in die Kulturstiftung gut investiert. Wenn es diese noch nicht gäbe, müsste sie gegründet werden.“ Zum Erhalt des kulturellen Erbe Triers.

… und Bühne frei

Im Auftakt des Abendprogramms begeisterten die Trierer Sängerknaben. Die Ausonius Grundschule ging mit ihrer Zeitmaschine auf Reisen und landete in unbekannten Gefilden. Benedict Tegemann fand im Poetry Slam heraus, dass der „iRonman“ kein moderner Walkman von Apple ist und faltete dabei seine Hände zur „Merkelraute“. Nachdenklich wurde es bei einem kleinen Vorgeschmack der Theatergruppe Grafiti – die Rätsel der Welt in Eigeninterpretation dargestellt nach Strindbergs Traumspiel. Nachdem die Musical School Trier mit Liedern aus Fame kräftig einheizte, wurde es ruhiger. Opernsängerin Lisa Wittig faszinierte mit ihrer voluminösen Stimme ohne Mikrofon und verursachte Gänsehaut bei den Zuhörern. Nahezu hypnotisch in den Bann zog Hannah Ma das Publikum mit ihrem hingebungsvollem Tanz in Begleitung melancholischer Celloklänge und atmosphärischer Projektionen. Zum Abschluss gab der Trierer Konzertchor ein sinfonisches Klangbild aus Schmitts Oratorium „Le Sinai“.

Harry Thiele, Vorsitzender der Kulturstiftung Trier, zeigte sich wahrlich zufrieden mit der Veranstaltung und dankte abermals für die wertvolle Unterstützung der Projekte, sei es in Form von Spenden, Erträgen oder ehrenamtlichen Tätigkeiten. „Vielleicht können wir in fünf Jahren schon das nächste Jubiläum gemeinsam feiern“, sagt Thiele. Das Foyer bot noch ausreichend Gelegenheit, mit einem Gläschen Zuversicht anzustoßen. [RP]

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